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Von links nach rechts vor den Leitbauten stehen Vincent L. M. Mulder, Jann Jakobs, Frank Lotz, Roland Zurkuhlen, Bernd Nicke und Bernd Redlich. Foto Landeshauptstadt Potsdam/ Barbara Plate


Die ersten Leitfassaden am Alten Markt in der Potsdamer Mitte sind enthüllt. Nach zwei Jahren Bauzeit sind beide Fassaden nun zur 25-Jahr-Feier des Landes Brandenburg am Sonnabend, 26. September, rund um den Landtag für die Öffentlichkeit sichtbar. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs dankte am Donnerstag bei einem Besuch auf der Baustelle den Bauherren und Investoren Vincent L. M. Mulder, Geschäftsführer Kondor Wessels Wohnen Berlin GmbH, und Frank Lotz, Vorstand der Prinz von Preußen Grundbesitz AG, für die Realisierung sowie Bert Nicke, Geschäftsführer des Sanierungsträgers Potsdam GmbH, für die Begleitung der Arbeiten der modernen Häuser mit Leitfassaden an der Alten Fahrt. „Mit den Neubauten an der Humboldtstraße ist nicht nur die südliche Raumkante des Alten Marktes wieder hergestellt, sondern die Stadt erhält ebenso die ehemals ortsbildprägenden Fassaden zurück“, sagte Jakobs.

Neben dem als einzigem Leitbau wiederentstehenden Museum Barberini sind die beiden nun fertiggestellten Gebäude zwei von insgesamt sieben Leitfassaden rund um den Alten Markt, die in den kommenden Jahren auf dem früheren Stadtgrundriss errichtet werden sollen. Das Integrierte Leitbautenkonzept der Landeshauptstadt wurde 2010 beschlossen und sieht die Wiederherstellung einst stadtbildprägender Fassaden an verschiedenen Ecken der Potsdamer Mitte zwischen Platz der Einheit und Alter Fahrt vor. Zwei dieser Gebäude sind der Palazzo Pompei in der Humboldtstraße 3 sowie der Palazzo Chiericati in der Humboldtstraße 4. Entstanden sind hinter den historisch anmutenden Fassaden moderne Häuser mit 23 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten auf insgesamt 2625 Quadratmetern Nutzfläche.

Damit sind nach dem Humboldt-Quartier in der Humboldtstraße 1-2 die nächsten beiden Häuser kurz vor der Fertigstellung. Bereits im August wurde das „HQ Humboldt“ nach nur 22 Montane Bauzeit eröffnet, mit einer Arztpraxis, einem Energieunternehmen, einem Immobilienkreditvermittler sowie der Gastroeinheit L’Osteria sind die ersten Mieter bereits eingezogen.

„Die reizvolle Herausforderung bei diesem Projekt bestand darin, die Ausstrahlung des historischen Erscheinungsbildes wiederzubeleben und mit den heutigen Anforderungen nachhaltiger und zukunftsweisender Nutzung zu verbinden. Das ist unseres Erachtens hervorragend gelungen“, sagte Vincent L. M. Mulder, Geschäftsführer Kondor Wessels Wohnen Berlin GmbH.

Beim Bau des Hauses Am Schloss 3 (heute Humboldtstraße 3) für den Bürger und Gastwirt Johann Friedrich Schmidt Mitte des 18. Jahrhunderts hielt sich der Potsdamer Architekt Christian Ludwig Hildebrandt (um 1710 - um 1790) sehr genau an das italienische Vorbild, den 1540 von Michele Sanmicheli (1484-1559) erbauten Palazzo Pompei in Verona. Das Gebäude war im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, doch die Fassade nahezu unversehrt erhalten. Dennoch erfolgte der Abriss. Lediglich drei der acht von Gottfried Heyne geschaffenen Schlusssteinköpfe wurden dabei geborgen und sind heute wieder an der alten Stelle zu bewundern. Der gesamte übrige bauplastische Schmuck wurde aus gelblichem Cottaer Sandstein nach alten Fotografien und Zeichnungen rekonstruiert.

„Die Prinz von Preußen Grundbesitz AG ist stolz zusammen mit der Kondor Wessels Wohnen Berlin GmbH einen Teil dieses Stadtbildes rund um den Alten Markt rekonstruieren und wiederzubeleben zu dürfen“, sagte Frank Lotz, Vorstand der Prinz von Preußen Grundbesitz AG. „Im Rahmen des integrierten Leitbaukonzepts der Stadt Potsdam bauen wir wieder auf, was der Preußen-König vor zweieinhalb Jahrhunderten liebevoll geschaffen hat. Das Gebiet am Stadtschloss wird zu den begehrtesten und attraktivsten Immobilienlagen Deutschlands per se avancieren.“

Das Haus Humboldtstraße 4 wurde ursprünglich vom Architekten Carl von Gontard (1731-1791) entworfen. Die Fassadenidee für den damaligen Gasthof „Roter Adler“ stammt vom 1551 bis 1553 von Andrea Palladio erbauten Palazzo Chiericati in Vicenza. Anhand barocker Gemälde konnte festgestellt werden, dass an dieser Fassade – im Gegensatz zu den Nachbargebäuden – grauer Sandstein Verwendung fand.

Die Planung der historischen Straßenfassaden lag in den Händen des Potsdamer Architekten Bernd Redlich (BDA). Dessen Mitarbeiter Andreas Kitschke oblagen die umfangreichen Aktenrecherchen und die Beschaffung historischer Unterlagen, während Andreas Aulig für die digitale zeichnerische Rekonstruktion verantwortlich war. Die Modellierung für die Bildhauerarbeiten an beiden Hausfassaden führte Dirk Brüggemann aus Trebsen aus, die bildhauerkünstlerische Begleitung lag in den Händen des bekannten Potsdamer Bildhauers Rudolf Böhm. Bei der Bauausführung haben unter der Leitung und Koordinierung von Kondor Wessels Wohnen Berlin GmbH sowohl die Sächsischen Sandsteinwerke für die Naturstein- und Bildhauerarbeiten als auch Stuckateurmeister Matthias Pieske und Restauratorin Bettina Kath die hohen Ansprüche umgesetzt. Die fachliche Beurteilung der Werkplanung im Rahmen der Bauqualitätssicherung für die Leitfassaden wurde aufgrund der jahrelangen Erfahrung und umfangreichen Kenntnis der Potsdamer Baugeschichte von Roland Zurkuhlen von der Unteren Denkmalschutzbehörde und von Rudolf Böhm durchgeführt. Das Verfahren der Bauqualitätssicherung wurde an der Alten Fahrt erstmalig in dieser Form erfolgreich erprobt und erfolgte durch die Sanierungsträger Potsdam GmbH gemeinsam mit dem Bereich Stadterneuerung, der Unteren Denkmalschutzbehörde und den Investoren.

„Mit den Gebäuden in der Humboldtstraße 3 und 4 ist es gelungen, eine qualitativ hochwertige Rekonstruktion der historischen Leitbauten zu realisieren. Dies war nur dank der guten Zusammenarbeit zwischen Sanierungsträger, Landeshauptstadt Potsdam und Kondor Wessels möglich“, sagt Bert Nicke, Geschäftsführer der Sanierungsträger Potsdam GmbH. „Die enge Kooperation zwischen den verschiedenen Akteuren war ganz wesentlich für die erfolgreiche Umsetzung dieses Pilotprojekts.“

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